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Sonderausstellung: Hexenwahn – Glaube. Macht. Angst.

Vom 28. Oktober 2022 bis 10. April 2023 zeigt das Schloss Museum Wolfenbüttel die Sonderausstellung Hexenwahn – Glaube. Macht. Angst. Die Wanderausstellung entstand in Kooperation mit der Eulenburg – Universitäts- und Stadtmuseum Rinteln und liefert einen Einblick in das Thema Hexenverfolgung und Hexenglaube von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Präsentiert werden auch regionalgeschichtliche Ereignisse übertriebenen Hexenwahns wie die brutalen Verfolgungen und Hinrichtungen unter den Wolfenbütteler Herzögen Heinrich Julius (1564 bis 1613) und August der Jüngere (1579 bis 1666).

Auf einem alten Gemälde ist eine Hexenverbrennung dargestellt. © Museum Wolfenbüttel
Die Hinrichtung der Schlüterliese, Gemälde von Fr. Brandes, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Braunschweigsiches Landesmuseum Inventar-Nr. R 1848

Der Glaube an Hexerei und die Macht von Teufeln oder Dämonen ist eine weltweite Erscheinung. Auf allen Kontinenten und in allen Zeitaltern haben Menschen an die Verbindung mit übernatürlichen Kräften, die menschenähnliche Gestalt annehmen oder in besonderen Menschen ihre Wirksamkeit entfalten, geglaubt.

Aber Glaube hat nicht nur festigende, tröstende Macht, sondern transportiert auch Ängste und Unsicherheiten. Schutzzeichen und -rituale, Amulette, Talismane sind auch heute noch Ausdruck dieser Angst und der Versuche, sie zu beherrschen. Bis in die Gegenwart gibt es immer wieder Anfeindungen, Ausgrenzungen und sogar Morde an angeblichen Hexen und Zauberern. Im frühneuzeitlichen Europa mit seinem frühmodernen Justizwesen geschah dies durch Prozesse, die zwar meist strengen Regeln unterlagen aber nicht weniger grausam und verheerend waren.

Hexenglaube weltweit

Die Ausstellung führt in großen anschaulichen Bildern und mit zahlreichen Objekten in die facettenreiche Welt der Hexereivorstellungen ein. Ob im Christentum oder im Islam, in Afrika oder im vorchristlichen Europa – der Zauberglaube kennt keine Grenzen. Vom Voodoo-Fetisch bis zum Augenamulett, von reflektierenden Spiegeln bis zu Schutzzeichen und Bauopfern erzählen originale Exponate aus ihren unterschiedlichen Kulturen.

Mitteleuropa im Hexenwahn!

Veranstaltungsplakat zur Sonderausstellung im Schloss Museum: Hexenwahn - Glaube. Macht. Angst. © Museum Wolfenbüttel
Plakat zur Sonderausstellung im Schloss Museum: Hexenwahn - Glaube. Macht. Angst.

In Europa war nicht das Mittelalter, sondern die Frühe Neuzeit vom 16. bis ins 18. Jahrhundert die eigentliche Epoche des Hexenwahns. Auch im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg nahm die Verfolgung angeblicher Hexen und Hexenmeister erschreckende Ausmaße an. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Lebens- und Vorstellungswelt dieser Zeit.

Kirche und Juristenmacht

Ab etwa 1550 erhielten in Europa Ängste und Aberglaube Unterstützung durch ein wirksameres Justizwesen. Immer häufiger kam es nun zu Prozessen gegen angebliche Hexen und Zauberer. Wie verliefen solche Verfahren? Wer war von ihnen betroffen? Gab es die Möglichkeit aus einem Prozess unbeschadet wieder herauszukommen? Welche Rolle spielte die Folter?

Beeindruckende Originale, von Prozessakten bis hin zum angeblichen Hexenstuhl sind Zeugen dieser Zeit. Eine interaktive Station versetzt in die Rolle einer angeklagten Person.

Aufklärung und Befreiung

Jede Epoche hat auch ihre Helden. Frühmoderne Aufklärer riskierten oft Kopf und Kragen, wenn sie Verfahren kritisierten oder gar den Hexenglauben infrage stellten. Doch nach rund 100 Jahren war es soweit. Kirche, Staat und Bürgertum lösten sich aus den überlieferten Ängsten und wandten sich einer rationaleren Weltbetrachtung zu.

Hexenglaube totgelacht?

Heute ist der Hexenwahn in Europa Vergangenheit. Einstige Angstbilder sind zu einem verbreiteten Genre der Kunst, Literatur und Unterhaltung geworden, zum Gruseln, zur Belustigung, als erotische Klischees oder als Allmachtsphantasien. Bewegungen wie der Feminismus oder neuheidnische Religionen deuten das Bild der Hexe neu.

Welche Rolle spielen Hexen in unserer heutigen, pluralistischen Gesellschaft?

Weitere Informationen

Hexenwahn
Glaube.
Macht.
Angst.
Ausstellung im Schloss Museum Wolfenbüttel 28. Oktober 2022 bis 10. April 2023 .

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

  1. Flyer zur Sonderausstellung: Hexenwahn - Glaube. Macht. Angst.

    © Museum Wolfenbüttel

Kontakt

Schloss Museum Wolfenbüttel