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Ostern im Schloss Museum

Gleich zwei Objekte in der Dauerausstellung des Wolfenbütteler Schloss Museums haben einen direkten Bezug zu Ostern und seiner religiösen Bedeutung. 

Steterburger Osterkissen, 16. Jhd., Ritterschaft des ehemaligen Landes Braunschweig © Museum Wolfenbüttel
Steterburger Osterkissen, 16. Jhd., Künstler unbekannt, 55 mal 55 Zentimeter, Samtkissen, Seidenstickerei, Flussperlen und Halbedelsteine, Ritterschaft des ehemaligen Landes Braunschweig.

Altargemälde "Golgata" aus der ehemaligen Schlosskapelle

Im Audienzzimmer der Herzogin ist eine besondere Darstellung der Kreuzigungsszene Jesu Christi zu finden. Das Gemälde „Golgata“ von Tobias Querfurt entstand um 1697. Das monumentale Bild ist 418 Zentimeter hoch und 335 Zentimeter breit und war eine Auftragsarbeit Herzog Anton Ulrichs für die Wolfenbütteler Schlosskapelle. Nachdem diese am Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde, kam das riesige Altargemälde auf einigen Umwegen in das Herzoginnenappartement des Schlosses, wo es heute zu besichtigen ist.

Golgata, Altargemälde aus der ehemaligen Schlosskapelle, Tobias Querfurt, Öl auf Leinwand, um 1697, Braunschweigisches Landesmuseum © Museum Wolfenbüttel
Golgata, Altargemälde aus der ehemaligen Schlosskapelle, Tobias Querfurt, Öl auf Leinwand, um 1697, Braunschweigisches Landesmuseum

Das Gemälde zeigt nicht nur die Kreuzigungsszene, sondern hat eine außergewöhnliche Wolfenbütteler Ergänzung zu bieten: Zu Füßen der Kreuzigung am Berg Golgata hat der Maler den gesamten Hofstaat der Herzöge Rudolf August und Anton Ulrich dargestellt. Herzog Rudolf August erscheint in dunkler Kleidung auf einem Pferd sitzend, zurückgesetzt, auf der linken Seite. Auf der rechten Seite reitet sein Bruder Anton Ulrich, in einen blauen Mantel gehüllt, dem Betrachter entgegen. Zwischen beiden Herzögen sitzt Herzogin Elisabeth Juliane mit ihren Töchtern und Enkelinnen. Im Hintergrund sind Familienmitglieder, Lehrer der Ritterakademie und weitere Personen des barocken Wolfenbütteler Hofes zu erkennen.

Quasi als „Zuschauer“ hat sich die Wolfenbütteler Dynastie des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttels samt Teilen ihres Hofstaates vor dem Berg Golgata versammelt und versinnbildlicht mit diesem Gemälde ihre „durchlauchtigste“ Stellung als Fürsten von Gottes Gnaden.

Steterburger Osterkissen

Das zweite „österliche“ Objekt ist das sogenannte „Steterburger Osterkissen“, es ist eines der wenigen erhaltenen wertvollen Ausstattungsstücke aus dem Augustiner-Chorfrauenstift Steterburg und wurde dort im 16. Jahrhundert angefertigt. Vermutlich war diese kostbare Textilarbeit ursprünglich eine Decke, die am Kirchenfest Fronleichnam genutzt wurde. Erst später wurde die Samtdecke zu einem 55 mal 55 Zentimeter großen Kissen umgearbeitet, das in der Osterliturgie eingesetzt wurde.

Auf rotem Samt ist mit Flussperlen und Halbedelsteinen die Auferstehung Jesu Christi gestickt: Er entsteigt dem Sarkophag, die rechte Hand segnend erhoben, in der linken Hand die Kreuzesfahne. Umrahmt wird die zentrale Darstellung von Figuren, die unterschiedlich gedeutet wurden: Maria Magdalena und Johannes oder Maria und Jakobus oder Franziskus und Klara von Assisi oder Franziskus und die Jungfrau Maria. Gestickte Engel, Weihrauchgefäße, Sterne und Blüten verzieren den Hintergrund und zeigen die große Handwerkskunst der Chorfrauen aus Steterburg.

Öffnungszeiten

Das Museum Wolfenbüttel hat am Ostersonntag und am Ostermontag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Besuch kann nur nach telefonischer Voranmeldung erfolgen (05331 9246-0). Am Karfreitag bleibt das Museum geschlossen. Um vielen Interessierten den Besuch zu ermöglichen, wird die Aufenthaltsdauer auf 60 Minuten begrenzt. Aktuell gilt:

  • Begrenzte Aufenthaltsdauer: 60 Minuten
  • Obligatorisches Tragen medizinischer Masken in den Museumsräumen
  • Namentliche Registrierung
  • 1,5 Meter Abstand
  • Handdesinfektion

Kontakt

Schloss Museum Wolfenbüttel