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Drei neue Filme aus dem Schloss Museum

Die drei neuen Filme des Schloss Museums blicken auf die Geschichte Wolfenbüttels im 18. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen dabei Stadtbereiche, deren Entwicklung und Baugeschichte wichtige Kapitel der Stadtgeschichte erzählen.

Foto des Fachwerkhauses Löwenstraße 2 mit Firmenschild "Aug. Peters", Foto vor 1971. © Museum Wolfenbüttel
Haus Löwenstraße 2 mit Firmenschild Aug. Peters, Foto vor 1971.

Virtuell können die Besucherinnen und Besucher auf der Internetseite des Schloss Museums den Kornmarkt und den Stadtmarkt im Jahr 1740 erleben, dort ist die Hauptkirche vor ihrer Vollendung und ein Markt ohne Herzog zu sehen. Der dritte Film hat die Freiheit zum Thema, einen historischen Wolfenbütteler Stadtbezirk. In der Freiheit, zwischen Stadtmarkt und Schlossplatz gelegen, befand sich seit dem 17. Jahrhundert das später als Schluckpeter bekannte Haus. Das barocke Firmenschild dieses Gebäudes, das vielen Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbüttelern noch in Erinnerung ist, gehört heute in den Bestand des Museums Wolfenbüttel.

Ein geschnitzes Holzschild mit den Worten "Aug. Peters gegr. 1771". Es stammt aus dem 18. Jahrhundert. © Museum Wolfenbüttel
Firmenschild Aug. Peters, 18. Jahrhundert, Restaurierung 2019/2020.

Dieses „Stück“ Wolfenbüttel konnte durch die großzügige Förderung der Curt Mast Jägermeister Stiftung restauriert werden. Jahrhundertelange Wettereinflüsse hatten Rahmen und Farbe des barocken Firmenschildes geschadet – es war brüchig geworden und ergraut. Farbuntersuchungen ergaben den wiederhergestellten rot-braunen Ton. Über Jahrhunderte hatte das Holzschild seinen Platz im Herzen Wolfenbüttels, in der Löwenstraße 2. Das später als Schluckpeter bekannte Haus wurde wohl zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet und diente zunächst als Pforthaus vor dem Löwentor. Mit der Residenzverlegung 1754 verlor das Pforthaus seine Funktion. 1771 eröffnete August Peters eine Destille in diesem Gebäude, eine Brennerei mit Ausschank. 1875 ging das Geschäft an den Wolfenbütteler Drogisten Carl Steinmann über. Der Firmenname „Aug. Peters“ blieb und es wurde weiterhin Likör produziert und zusätzlich Wein verkauft.

Im Jahr 1938 erwarb Curt Mast das Haus an der Löwenstraße 2, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu der damaligen Produktionsstätte des Jägermeisters lag. 1967 kaufte die Karstadt AG das Grundstück, um nach dem Abriss des bestehenden Gebäudes eine moderne Kaufhausfiliale zu errichten, was in Teilen der Wolfenbütteler Bevölkerung auf Ablehnung stieß. Mit Beginn der Planungsphase gründete sich unter der Federführung des damaligen Direktors der Herzog August Bibliothek – Prof. Paul Raabe – die Aktionsgemeinschaft Altstadt e.V., die sich seit 1975 für den Erhalt der gesamtstädtischen Fachwerkarchitektur einsetzt.


Der Verein forderte statt eines modernen Neubaus eine Lösung, die sich dem historischen Fachwerkensemble anpasste. Mit Hilfe der Denkmalpflege konnte man sich einigen, originale Dachziegel, Fachwerkhölzer und das Firmenschild August Peters fanden am Neubau eine Wiederverwendung. Karstadt verließ 2005 die Filiale – Hertie übernahm, 2008 wurde jedoch der Standort Wolfenbüttel aufgegeben. Im Jahr 2019 belebte die Stadt Wolfenbüttel das Gelände mit dem Neubau des Geschäftshauses Löwentor. Das restaurierte Firmenschild „Aug. Peters“ wird in der neuen Ausstellung des Schloss Museum „Made in Wolfenbüttel“ zu sehen sein.

Mehr auf www.museumwolfenbuettel.de, unter der Rubrik „Filme aus dem Schloss“.

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Schloss Museum Wolfenbüttel