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Sonderausstellung: "Die Toten von Wolfenbüttel"

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, montags geschlossen

Beginn:

Datum: 23.04.2026

Ende:

Datum: 29.11.2026

Ort:

Schloss Museum Wolfenbüttel

Schloßplatz 13
38304 Wolfenbüttel

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Vom 23. April bis 29. November 2026 zeigt das Schloss Museum Wolfenbüttel die Sonderausstellung „Die Toten von Wolfenbüttel“. Doch die Ausstellung handelt weniger vom Tod, sondern gewährt den Besucherinnen und Besuchern vielmehr einen interessanten Blick auf außergewöhnliche Biografien und auf unerwartet privilegierte Lebensformen von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wolfenbüttel in der Frühen Neuzeit.

Im Frühsommer 2015 fanden nördlich der Wolfenbütteler Hauptkirche Beatae Mariae Virginis großflächige Straßenbauarbeiten statt. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch der alte Friedhof der Kirche gefunden und durch archäologische Ausgrabungen freigelegt. Von 1650 bis ins 18. Jahrhundert wurden hier in Erbbegräbnissen Wolfenbütteler Familien bestattet. Wie in Familiengrüften fanden Angehörige der Oberschicht in diesen Erdbestattungen, die bisher von keinem anderen Friedhof in Deutschland bekannt sind, ihre letzte Ruhe.

In einem einzigartigen Forschungsprojekt wurden in den folgenden Monaten die Gräber freigelegt, dokumentiert, geborgen und mehr als 80 Skelette untersucht. Dank eines Begräbnisbuchs mit Friedhofsplan aus dem Jahr 1747 konnten die unbekannten Toten anschließend identifiziert und die Ergebnisse der Untersuchungen mit historischen biografischen Quellen in Zusammenhang gebracht werden.

Die Forschung bringt Tote zum Sprechen

Durch die Zusammenarbeit von Archäologie, Anthropologie und Geschichtswissenschaft können nicht nur einzelne Lebensläufe nachgezeichnet und Familiengeschichten erzählt werden, sondern es ergeben sich auch neue Erkenntnisse über das Leben in Wolfenbüttel in der Frühen Neuzeit. Aus den anthropologischen und genetischen Analysen der Skelette können Aussagen zu den biologischen Lebensgeschichten, dem Gesundheitszustand und der Ernährungslage getroffen werden. Die archivalischen Quellen wie Prozessakten, Nachlassinventare, Leichenpredigten und Kirchenbücher geben Auskunft über das Leben nach dem Dreißigjährigen Krieg, über Liebe, Streit, Gewalt, Krankheit und Tod.

Die Rekonstruktion des Lebens

Das Schloss Museum Wolfenbüttel präsentiert in Zusammenarbeit mit der Anthropologin Dr. Bettina Jungklaus, der Historikerin und Archivarin Dr. Silke Wagener-Fimpel, die für die Erforschung der archivalischen Quellen verantwortlich zeichnet, und dem Bezirksarchäologen Tobias Uhlig eine Rekonstruktion des Lebens im Wolfenbüttel der Frühen Neuzeit. Anhand von Grabungsfunden, Originalmobiliar, Kupferstichen, Kirchenbüchern, seltenen Schriftquellen aus der Abteilung Wolfenbüttel des Niedersächsischen Landesarchivs und vieles mehr gewährt die Ausstellung ungeahnte Einblicke in das Leben der Toten von Wolfenbüttel.

In Kooperation mit dem Braunschweigischen Landesmuseum, dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Braunschweig, der Universität Göttingen und der Arcontor Projekt GmbH.