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Datum: 20.12.2022

Im Bürger Archiv: Der Wiederbeginn des kulturellen Lebens nach 1945

Am Beispiel des Bühnenbildners Max Kühn (1910 bis 1950) wird im Bürger Archiv des Bürger Museums der Neustart des kulturellen Lebens in Wolfenbüttel nach Ende des Nationalsozialismus dargestellt.

historische Schwarzweißaufnahme eines Mannes © Museum Wolfenbüttel
Der aus Schlesien stammende Bühnenbildner am Schlosstheater Max Kühn.

Nach 1945 wurde unter der Federführung von Günter Prestel ein neues Theater im Schloss etabliert. Für den Neubeginn hatte Prestel den schlesischen Bühnenbildner und Ausstattungsleiter Max Kühn engagiert. Dieser hatte in den Jahren 1929 bis 1932 an der Kunstgewerbeschule in Breslau Bühnenbildnerei und Malerei studiert und im Anschluss an das Studium folgten Tätigkeiten an Theaterbühnen in Breslau und Elbing.

1946 kamen Kühn und seine Familie als Vertriebene nach Wolfenbüttel, auf beengtem Raum wohnten sie in der Kaserne an der Lindener Straße. Drei Jahre arbeitete Kühn als Bühnenleiter und Ausstattungsleiter im Schlosstheater (Operette und Schauspiel). Zur Wiedereröffnung desselben war die Schulaula zum Theatersaal umgebaut und am 2. September 1947 mit dem Schauspiel „Claudia“ festlich eingeweiht worden.

Einer Frau steht vor einer großen Vitrine mit dem Aufdruck Bürgerarchiv. © Museum Wolfenbüttel
Michelle Grimke vor dem Bürger Archiv des Bürger Museums.

Darüber hinaus war Max Kühn der Spielleiter der hiesigen Jugendbühne. Der aus Schlesien Vertriebene Kühn schrieb eigene Stücke für die Jugendbühne, darunter fiel auch ein Rübezahl-Theaterstück mit dem Titel „Wir suchen unsern Rübezahl!“. Rübezahl war seit dem 19. Jahrhundert eine der Identifikationsfiguren der Schlesier.

Kühn starb 1950 in Ulm, seine Frau Annaliesa wanderte mit den vier Kindern in die USA aus und wagte dort einen weiteren Neuanfang. Einmal im Jahr besucht die Familie von Johannes Kühn die Stadt Wolfenbüttel. Teile des Nachlasses von Max Kühn – darunter viele Skizzen von Bühnenbildern auf höchstem künstlerischen Niveau – hat sie dem Museum Wolfenbüttel übergeben.

Das Bürger Archiv im Bürger Museum

„300 Jahre Kirche St. Trinitatis“, ein Schülerprojekt zur jüdischen Familie Kirchheimer, „100 Jahre Schlösserbund“, „Der Weg zur Deutschen Einheit“ und „Made in Wolfenbüttel“ waren weitere kleinere Ausstellungen, die seit 2017 im Bürger Archiv des Museums gezeigt wurden. Dabei handelt es sich um eine Großvitrine, in der unter der Beteiligung der Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler über einen Zeitraum von mehreren Wochen besondere Kapitel und ausgewählte Aspekte der Stadtgeschichte gezeigt werden.

Kontakt

Bürger Museum Wolfenbüttel